Neue Prüfbestimmungen für Holzwerkstoffe

Die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe e. V. hat ihre Prüfbestimmungen für Holzwerkstoffe einer Überarbeitung unterzogen. Erstmals haben die Experten dabei ökologische und soziale Aspekte sowie Servicekriterien in das Testprozedere aufgenommen. So müssen die Hersteller verbindliche Zusagen für die Laufzeiten von Dekoren geben und eine bestimmte Anzahl an Produktdesigns anbieten. Kurze Transportzeiten und optimierte Transportwege komplettieren die Prüfkriterien. Kernstück des Gütesiegels Holzwerkstoffe bleibt natürlich die Kontrolle der physikalischen Eigenschaften und der Inhaltsstoffe.

„Im Rahmen ihrer Qualitätssicherung verlangen immer mehr Kunden von ihren Lieferanten Garantien zu den Produkteigenschaften“, begründet Claus Seemann, Vorsitzender der dem Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e. V. (VHI) angeschlossenen Gemeinschaft, den Schritt. Dies gelte besonders für die Bereiche Möbel und Innenausbau. Während bei der klassischen Bauanwendung viele Details durch europäische Standards oder Zulassungen geregelt sind, bietet die Qualitätsgemeinschaft Holzwerkstoffe auch die Plattform für überwachte, freiwillige Vereinbarungen für die Innenanwendungen. Gerade die Diskussion um die sachgerechte Innenraumhygiene bietet vielfältige Ansätze. Wegen der luftdichten Bauweise, die für Neubauten seit einigen Jahren vorgeschrieben ist, können Ausdünstungen aus Möbeln und Fußbodenbelägen sich auf Grund des geringen Luftaustausches in der Raumluft anreichern. Die Entscheidung für einen zertifizierten Holzwerkstoff kann Reklamationen und im schlimmsten Fall langwierige, kostenintensive Prozesse vermeiden.

Zusätzliche Brisanz erhielt die Verschärfung der Prüfkriterien durch die Entscheidung des Möbelriesen Ikea, beim Formaldehydwert künftig die Einhaltung der kalifornischen CARB-Richtlinien (Californian Air Resources Band) zu verlangen. Die in der Qualitätsgemeinschaft zusammengeschlossenen Produzenten sind mit den nun festgelegten Bestimmungen nach Auskunft von Seemann bis 2011 auf der sicheren Seite. Danach plant seine Organisation eine weitere Anpassung.

Die neu hinzu gekommenen sozialen und ökologischen Prüfkriterien sind der zu beobachtenden verstärkten unternehmerischen Verantwortung geschuldet, die dem Klimaschutz und der Nachhaltigkeit Rechnung trägt. Gemäß den Prüfbestimmungen müssen die Endprodukte nach Gebrauch recyclingfähig sein. Für die Produktion dürfen nur Recyclingholz oder Holz aus zertifizierter, nachhaltiger Waldwirtschaft verwendet werden. Nachzuweisen ist das durch ein PEFC- oder FSC-Zertifikat. Beschichtungen von Laminaten oder Küchenfronten müssen frei von Schwermetallen sein, um die Umwelt und die Gesundheit der Benutzer zu schonen. In sozialer Hinsicht verpflichten sich die Mitglieder der Qualitätsgemeinschaft ihre Ausbildungsverantwortung zu erfüllen. Zudem müssen die Unternehmen mindestens einen Produktionsstandort in Deutschland haben.

Weitere Informationen auf www.qg-holzwerkstoffe.de.

Leave a Reply

Please copy the string JcMjeB to the field below: